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Weinforum Burgenland 2018
Apr
26
Beginn of pre sale 14.12.2017 10:20
End of pre sale 26.04.2018 08:45
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REICHT EINE LAGENKLASSIFIKATION AUS, UM HERKUNFTSCHARAKTER UND QUALITÄT ZU GARANTIEREN?

Die Gesetzgeber haben historisch über zwei Definitionen der Weinqualität die Weinwelt geprägt. Neben der „pragmatischen“ Reife der Trauben (Zuckergehalt bei der Lese) hat das romanische Weinrecht im Wesentlichen die Herkunft als Ausgangsparameter festgelegt. Darüber hinaus definiert das romanische Weinrecht weitere Richtlinien u.a. für erlaubte Rebsorten in einer Region, Mindestalkohol, Ausbauvarianten sowie für das Cuvéetieren und Inverkehrbringen von Wein.

Für reinsortige Weine ist das burgundische „4-Stufen-System“ das Erstrebenswerteste. Dieses legt fest, dass einfache Qualitäten aus Chardonnay und Pinot Noir – „Génerique“ – aus den 28.500 Hektar der Burgund stammen müssen. Der Ausbau erfolgt im „Pièce“, einem 228 Liter Fass. Die 2. Stufe „Village“ – Ortsweinqualität – stammt aus Trauben definierter Gemeinden (44) und soll über einen „eigenständigen“ Charakter verfügen. Die 3. Qualitätsstufe der „Premier Cru“ Weine – „Erste Lage“ – sind definierte Rieden, die sich innerhalb dieser oben genannten Gemeinden befinden. In dieser Kategorie sind über 650 Weingärten in der Burgund definiert. Die höchste Kategorie stellen „Grand Cru“ Weine dar, die meist historisch dokumentiert sind und ein individuelles Geschmacksprofil anbieten. Diese 33 Grand Cru Lagen (Weiß und Rot) der Côte de Nuits und Côte de Beaune sind Appellationen für sich mit eigenem definierten Regelwerk. Lässt sich dieses System eins zu eins auf Österreich übertragen?

In Österreich haben die Traditionsweingüter viel Vorarbeit in dieser Richtung geleistet. Dieser Verein wurde 1992 gegründet, hat 2010 die Rieden seiner Mitgliedsbetriebe klassifiziert und versucht über die DAC Regelung des österreichischen Weingesetzes hinaus die Qualitäten zu definieren. In der Steiermark arbeitet die Gruppe der STK-Winzer seit 1997 an einem ähnlichen Modell, das ihre Weine in vier Qualitätsstufen einbettet. 2007 wurde mit der Klassifizierung der Lagen ihrer Mitglieder begonnen, was in der Vergabe von Ersten STK Lagen und Großen STK Lagen mündete. Auch in Wien haben die Winzer von WienWein im letzten Jahr ihre Lagen klassifiziert und sind gerade dabei die Qualitätsstufen zu definieren.

Die DAC-Regeln fokussieren ein Weinbaugebiet auf vereinbarte Rebsorten mit einer gemeinsamen Mindestqualität und bieten mit der DAC Reserve Kategorie eine zweite, höhere Qualitätsstufe an. Reicht diese 2-Stufigkeit aus, um die besten Weine einer Region zu präsentieren? Das Leithaberg DAC Konzept sieht seine Qualität als Reserve und will darüber hinaus eine Riedenangabe verankern, um die Qualität und die Herkunft in noch engeren Zusammenhang zu bringen. Das Mittelburgenland DAC Konzept verwendet Riedennamen schon in der mittleren Kategorie, um einen Unterschied zu dokumentieren. Wenn das auch bei DAC Reserve Weinen passiert – ist das für den Konsumenten nicht zu verwirrend?

Was alle vereint, ist das Bestreben einen höherwertigeren Wein aus einer „kleineren“, begrenzten Herkunft zu keltern. Kann das der Konsument aber nachvollziehen?
Beim Weinforum Burgenland werden sich nationale und internationale Fachleute und Winzer mit diesen Fragen auseinandersetzen und die verschiedenen Systeme der Lagenklassifikation in Vorträgen und Diskussionen erörtern.
Location
Vila Vita Pannonia
7152 Pamhagen, Storchengasse 1 - Austria

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